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2000Km zum Meer

Am 25.8.2013 beendete ich lachenden und weinenden Auges die Tour meines Lebens - 2000km bis zum Meer.

Es war eine sehr lehrreiche Zeit, die mich täglich vor neue Herausforderungen gestellt hat. Im stetigen Ringen mit meinem Handycap habe ich meine neue Lebenssituation einschätzen gelernt und einen Weg gefunden mit meinem Handycap, sowie der Angst vor einem Rückfall ein normales Leben zu führen.

Ein zentraler Aspekt, der mich seit dieser Herausforderung begleitet ist der Wunsch stetig ein kleines Stück weiter zu kommen, als es notwendig wäre, neue Wege zu nehmen und scheinbar unmögliches zu erreichen. Aus diesem Grund halte ich immer die Augen und Ohren offen, um neuen Abenteuern zu begegnen und mit neuen Herausforderungen zu stellen.

 

 

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Ich bin wieder in heimischen Gefielden.

Dank der Abkürzung bin ich bereits jetzt wieder in der Zivilisation angekommen und muss sagen: " das war eine schlaue Idee!" Denn die erwartete Reisedepression nimmt erstaunliche Formen an. Nicht nur, dass mir nach zwei Monaten im Zelt,  vier Wände deutlich zu viel sind, nein auch die Geräuchkulisse einer Stadt wie Darmstadt und die vielen Verpflichtungen, die jetzt auf mich einpreschen, versetzen mich in eine leichte Panik.

Wie soll ich all die Arbeit für die Vereinsgründung organisieren? Schaffe ich meinen neuen Job so gut zu erledigen, wie ich es gerne möchte, neben all den anderen Aufgaben? Wie komme ich wieder in einen Studienalltag? Fragen, die ich mir abends im Zelt nicht so dramatisch vorgestellt habe. Jetzt sind sie da und nehmen beängstigende Formen an. Zudem meldet sich ein altbekannter Schmerz im Bein, der im Unterbewusstsein immer wieder die Urängste hervorkramt, die ich vor der Operation schon nicht im Griff hatte. Logisch betrachtet bin ich Krebsfrei, aber wenn man nachts von Beinschmerzen wach wird, die sich genau so anfühlen, wie der Tumor vor zwei Jahren, dann ist dieser Gedankenspirale auch mit Logik nicht mehr so ganz Herr zu werden.

Aber es gibt auch erfreuliche Nachrichten. Ich werde aus den gesammelten Bildern eine grandiose Präsentation basteln, die die Reise unterhaltsam zusammenfasst. Auch in Sachen Vereinsgründung wird es langsam konkret. Die Suche nach den Vorstandsmitgliedern wird spannend. Falls ihr noch jemanden kennt, der Talent auf diesem Gebiet besitzt, könnt ihr euch gerne bei mir melden.

Vor kurzem ist mir etwas Skurriles passiert: ein Radfahrer rief mir quer über die Keuzung zu und kannte meinen Namen. Verwunderlich! Aber beim Näherkommen registrierte ich einen orangenen Skorpion und ein breites Lächeln. Sowas kann also gar nicht gruselig sein. Herr Vock, der mir an diesem sonnigen Tag entgegenstrampelte kannte meine Tour und die dahinterstehenden Ideen bereits und wie der Zufall es will, sind wir fast so etwas wie Nachbarn (es gibt keine Zufälle). Jedenfalls organisiert er eine Radtour für MS-Patienten, die auf den gleichen Grundprinzipien basiert, wie meine Tour. Mehr Lebensqualität durch Mobilität und Fitness. Allerdings scheint das Projekt dieses Jahr kurz vor der Absage zu stehen, weil einige Mechaniker zum Einstellen, Warten und Reparieren der Dreiräder fehlen. Daher meine Bitte.

Wenn jemand von euch zwischen dem 16.und 22.9 Zeit hat, sich engagieren möchte und etwas von Rädern und Schrauben versteht, sollte sich bei ihm melden, um dieser Gruppe von 35 Patienten zu ermöglichen mitzufahren. Es wäre doch zu schade ihnen diese Freiheit zu nehmen.

Vor ein paar Tagen wurde mir auch ein Zeitungsartikel zugesteckt, der mich sehr beeindruckt hat. Ein Vater, der mit seinem Sohn durch Deutschland wandert. Der Sohn ist allerdings schwerbehindert und gegen alle Normen und gesellschaftlichen Regeln sind sie dennoch in Flensburg gestartet und wandern bis zum Bodensee. Ein eindrucksvolles Projekt, das von einer großen Liebe und sehr viel Engagement berichtet. Ich habe es unter meinen Links veröffentlicht.

Travemünde

Zielort Travemünde

Heute bin ich noch schnell über die Trave geschippert und habe endlich, endlich meine Reise für beendet erklärt. Aut der anderen Seite wurde ich von strahlender Familie begrüßt und hab einen wunderschönen Tag in Travemünde verbracht. Es war zwar graues Wetter angesagt, aber die Sonne schenkte uns fünf Stunden Hitze. 

Es ist schon toll die Welt auch mal beobachten zu können, ohne zu strampeln. So genossen wir eine lange Hafenrundfahrt mit kleinem Abstecher in die Ostsee.

Tag der Tiere

Oder wie andere es nennen würden - von Tieren und anderen animalischen Problemen

Heute Nacht wurde ich von einer Horde Ameisen heimgesucht. Um drei Uhr schmerzte plötzlich mein Knie, als gäbe es kein Morgen mehr. Als ich nachsah, saßen vier Ameisen hämisch grinsend auf meiner Matratze.  Und ja, ich konnte vielleicht wirklich kein Grinsen erkennen - aber warum zum Geier sollten sie sich sonst nachts anschleichen und mich auffressen wollen, wenn nicht aus Menschen-Hunger? Morgens stellte ich fest, dass die ganze Wiese voll mit Ameisenlöchern war... Mist. Das Einpacken war dementsprechend unangenehm und schmerzhaft. Ging aber erstaunlich schnell. 

Die zweite Tierart, die mir einen eindrucksvollen Moment bescherte, war eine Wiese voller Kohlweißlinge. Als ich auf einem schmalen Trampelpfad zur Fähre fuhr, flatterten sie alle auf, so dass ich von hundert Schmetterlingen umflattert wurde. Ein toller Moment. Überhaupt ist die Gegend so schön... An manchen Stellen ist es so menschenleer und windstill, dass es so leise wird, dass man am liebsten laut schreien würde. 

Bei einem solchen Streckenabschnitt hatte ich das Vergnügen, einen jungen Fuchs zu sehen, der seelenruhig vor mir auf dem Weg entlang trottete. Er schüttelte sich genüsslich. Da mein Rad ausnahmsweise mal nicht laut klapperte, hörte er mich erst relativ spät und sprang dann schnurstracks ins Gebüsch. Zwei Felder weiter starrte mir eine Ricke nach, die ich beim Grasen gestört hatte. Ein neugieriges Pferd wartete in einem der ersten Orte auf mich. Anders als die meisten anderen lief es nicht weg, sondern rannte auf mein Rad zu und begleitete mich, bis die Koppel zu Ende war. 

Als ich durch die Überflutungsgebiete fuhr, traf ich auf einen Holzturm. Auf ihm stand fett "Natur-Beobachtungs-Turm". Warum auch immer man auf einen Turm klettern muss, um mehr Natur zu erkennen. .. Dort jedenfalls fuhr ich an einem riesigen Schwarm Graugänse vorbei, die immer wieder ihre Runden über dem frischgeernteten Feld drehten. 

Den Abend verbrachte ich mit meinen liebsten Zeitgenossen: den Stechmücken. Da ich auf einer Insel schlafe, war es zu erwarten ... aber langsam gewöhne ich mich daran. Die Stiche jucken kaum noch.

Eine Entscheidung

Nach einer weiteren Nacht bei 7ºC im Zelt ist es nun entschieden. Ich fahre direkt zum Meer. Die 850km über Dresden und Görlitz werde ich mir für das nächste Jahr aufheben. Dafür ist mir meine Gesundheit zu wichtig. 

Es ist zwar noch nicht ganz mit meinem Ehrgeiz es zu schaffen kombiniert, aber das wird schon noch. Jetzt habe ich die Chance einen  traumhaften Geburtstag am Strand zu feiern; das sollte doch wahnsinnig entschädigen. Da am Ende noch ein wenig Zeit übrig bleibt, fahre ich einfach wieder zurück Richtung Heimat. Wunderbar.

Große Bedenken

Ich glaube, ich bin ein bisschen am Limit.  Ich habe zunehmend Angst vor der Strecke an der Grenze entlang. Je näher ich der Grenze komme, desto merkwürdiger reagieren die Menschen auf mich. Mitleidige Blicke nehmen zu und ich werde ungläubig gefragt, ob ich das wirklich alleine machen möchte.  Zweimal wurde ich sogar schon gefragt, ob ich denn überhaupt schon 18 sei oder von zuhause abgehauen sei! Wo bitte bin ich denn hier gelandet. Ich möchte es ja wirklich nicht fahrlässig verallgemeinern, aber ich glaube hier ticken die Uhren tatsächlich noch weit langsamer.

Meinem Bein geht es von Tag zu Tag besser, aber der Rest wird immer müder und kaputter. Jetzt stehe ich vor der Frage, fahre ich die ursprünglich angedachte Route so weiter oder folge ich einfach der Elbe und fahre auf diesem Weg zum Meer. Das wäre ein Unterschied von ca. 500 km und für Mitfahrer sicherlich einfacher zu erreichen. Denn das ist auch eine Erkenntnis, die ich finden durfte, alleine fahren ist meditativer und freier, aber mit den richtigen Mitfahrern schöne Erlebnisse zu teilen ist deutlich mehr wert. 

Will von euch jemand ab meinem Geburtstag am 28.8. mit mir an der Oder entlang fahren? Oder wer fährt mit mir an der Elbe entlang? Das würde meine Entscheidung doch deutlich erleichtern.